Dr. Norbert van Handel :
Politisches Telegramm 124

1. Bayern

Die Kommentare zur bayerischen Wahl in der deutschen Presse scheinen von außen her gesehen ergänzungsbedürftig:
Die CSU hat mit 37 Prozent immer noch mehr Stimmen auf sich versammelt, als etwa der überaus erfolgreiche Bundeskanzler Kurz mit seiner türkisen ÖVP.
Natürlich war es eine schwere Wahlschlappe, aber die Situation für den nicht übermäßig beliebten Ministerpräsidenten Söder ist vergleichsweise noch bequem: mit den freien Wählern einer Art „CSU light“ und deren Spitzenkandidat Aiwanger sollte Bayern relativ komfortabel regiert werden können.
Vielleicht etwas mehr Lederhose als Laptop.
Viel wichtiger sind aber die Ursachen der Wahl.

2. Seehofer

war in einer unglücklichen Situation und machte eine unglückliche Figur.
Einerseits konnte er und wollte er die Koalition in Berlin nicht stürzen (was möglich gewesen wäre), andererseits musste er in der Immigrantenpolitik und zuletzt im Fall Maaßen der Kanzlerin kräftig kontra geben.
Dies aber letztlich ohne Erfolg, sodass übrig blieb in Bayern die Bundesregierung zu kritisieren und in Berlin irgendwie nachzugeben.
So wurde ungewollt aus Seehofer ein Drehhofer, was natürlich Stimmen kostete. Umso mehr waren nach dieser Niederlage die unmittelbaren Aussagen von Söder und Seehofer richtig und respektabel, die zum Inhalt hatten: Jetzt geht es nicht um Personalfragen, sondern darum, Bayern mit Kraft weiter zu regieren!“.

3. Merkel

Höflich gesagt mehr als skurril war die Aussage von Frau Merkel: „Anscheinend hat das Vertrauen in die politischen Akteure in Bayern gefehlt….“ und weiter, „Sie (ausgerechnet sie!!), als Bundeskanzlerin, müsse stärker dafür Sorge tragen, dass dieses Vertrauen da ist.“
Gerade jene Frau, die Deutschland und teilweise Europa, konsequent an den Rand des Abgrunds führt, erlaubt sich „Akteure“, die immerhin 37 Prozent an Zustimmung beim Wähler erhielten, oberlehrerhaft zu kritisieren.
Es fehlen einem die Worte!
Aber die Wahl in Hessen wird kommen und das sollte vieles ändern.

4. Schäuble

wiederum ließ verlauten: „Merkel sei nicht mehr unumstritten.“.
Was für eine originelle Aussage!

5. Günther

Eine der herzigsten Aussagen machte aber Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, wenn er meint: „Das muss man erst mal hinbekommen, derart abzustürzen.“.
Man muss dazu wissen, dass Günthers CDU in Schleswig-Holstein knapp 35 Prozent hat und als konsequenter Follower von Frau Merkel gilt.

6. Grüne

Die Grünen verfallen begeistert in den Irrtum, dass nun ganz Bayern grün wird, anstatt zu verstehen, dass es nur einen Wähleraustausch zwischen zwei linken Parteien, nämlich der kranken SPD und eben den Grünen, gegeben hat.
Die fröhlich kreischende Spitzenkandidatin darf sich freuen – mit den oben zitierten strategischen Gedanken wird sie sich wahrscheinlich nicht befassen, dies wäre zu intellektuell!

7. SPD

Frau Nahles kann einem wirklich leid tun, denn es war Martin Schulz, der linkslinke aufgeregte Mann aus Würselen, der die Großkrise der SPD auslöste.
Im Grund genommen – und die Meinungen zahlreicher SPD’ler gehen auch dahin – müsste sie unmittelbar die Koalition auflösen, um die Partei in Ruhe einer Regeneration zuzuführen.

8. AfD

Die Politik der Ausgrenzung der AfD ging weiter.
Niemand von den kommentierenden Journalisten und Politprofessoren wies darauf hin, dass die AfD den meisten Stimmenzuwachs hatte:
Von Null auf 10 Prozent!!
Man freute sich stattdessen, dass ein noch besseres Ergebnis, das möglich gewesen wäre, nicht erzielt wurde.
Natürlich gibt es in dieser Partei manchmal störende nationalistische Rülpser, aber bitte – wo gibt es die nicht? Ich empfehle jedem zu einem parteineutralen Stammtisch in Bayern oder Österreich zu gehen, wo man, insbesondere dann, wenn wieder einmal Asylanten Messerattentate begehen, des öfteren zu hören bekommt (vor allem von Älteren): „Das wäre unter Adi nie passiert.“!
Niemand kann dies gefallen – aber es ist Tatsache.
Nur den demokratiefernen Gegnern der AfD ist es überlassen immer nur die AfD zu kritisieren.
Es ist hoffentlich noch nicht zu spät, aber Deutschland wird nur dann gerettet werden, wenn es eine christlich-sozial-rechte Koalition gibt, die die Scherben, die Merkel und ihre Klientel hinterlassen haben, wieder zusammenfügt. Ähnlich, wie dies in Österreich der Fall ist, wird auch dann die Bevölkerung hinter der Regierung stehen.
 

Dr. Norbert van Handel
Steinerkirchen a.d. Traun, 16.10.2018

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Über den Autor:


norbert.vanhandel.at

Publizistik:

www.medias-presse.info/les-14-points-du-baron-van-handel-de-lordre-de-saint-georges-qui-vous-donne-ce-droit-mme-merkel/56451/ %

visegradpost.com/en/2017/05/25/norbert-van-handel-we-have-to-create-a-union-of-central-europe-in-order-to-save-our-identities/ %