Dalai Lama in Malmö: „Europa gehört den Europäern“

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In Malmös Konzerthalle war alles ausverkauft, als der Dalai Lama, Friedenspriester und spiritueller Führer des tibetischen Volkes, gestern seine Europatour begann. 1300 Zuhörer aus Nah und Fern hatten eine Eintrittskarte gekauft – zu einem Preis bis zu 1540 schwedischen Kronen -, um ihn zu dem Thema „Die Kunst des Glücks und des Friedens“ zu hören.

Trotz Jetlag ist der 83-jährige Dalai Lama gut gelaunt und redet mit der Presse, bevor er auf die Bühne geht.

Die schwedischen Zeitungen und Fernsehsender sind vorrangig daran interessiert zu hören, was der spirituelle Führer über die schwedische Innenpolitik denkt. Die örtliche Zeitung Sydsvenskan darf zuerst fragen: „Eure Heiligkeit. Wir haben gerade Wahlen in Schweden gehabt, und eine Partei mit Nazi-Wurzeln hat ziemlich viele Stimmen bekommen. Was halten Sie davon?“ Der Dalai Lama schaut zunächst etwas verwirrt, sagt dann aber: „Ich weiß es wirklich nicht. Aber ich habe den Eindruck, dass Schweden ein wohlhabendes Land ist, und ich bewundere Demokratie, Freiheit und Gleichheit“. Jetzt ist die Presse dran, verwirrt zu schauen.

Ein anderer Medienvertreter fragt, was der Dalai Lama über die Art und Weise denkt, wie Flüchtlinge in Europa behandelt werden. Auch in diesem Fall scheint die Antwort des Dalai Lama den Fragesteller zu überraschen. „Diese verzweifelten Menschen, die in Europa eine große Zahl erreicht haben, brauchen Schutz, aber wenn Frieden herrscht, müssen sie nach Hause zurückkehren und beim Aufbau ihrer eigenen Länder helfen. Sie müssen eine Ausbildung erhalten, aber sie sollten nicht dauerhaft in Europa sein. Das sollten sie wissen: Europa gehört den Europäern.“

Die Presseleute rücken etwas unruhig in den Sitzen, und ein Journalist von einer Radiostation flüstert, dass dies nicht die Antwort war, die sie erwartet hatten…